Der HIV-Antikörper-Test

Allgemeines

Der HIV-Antikörper-Test, oder kurz auch HIV-Test genannt, weist Antikörper im Organismus nach.
Antikörper sind spezielle Eiweißmoleküle (Proteinmoleküle), die zur Abwehr von Erkrankungen vom Immunsystem nach Kontakt mit einem Krankheitserreger gebildet werden. Das bedeutet, dass nur Menschen, die mit dem HI-Virus Kontakt hatten, auch HIV-Antikörper besitzen.

Der HIV-Antikörpertest weist also, die durch die HIV-Infektion gebildeten Antikörper nach. Da die Bildung dieser Moleküle eine gewisse Zeit dauert, ist der Test nicht unmittelbar nach der Infektion positiv. Die Zeitspanne zwischen Infektion und dem Positiv-werden des Tests bezeichnet man als "diagnostisches Fenster", sie beträgt maximal 12 Wochen. Die zur Zeit in Österreich gebräuchlichen Tests sind sogenannte "COMBO-Tests", sie weisen nicht nur die HIV-Antikörper, sondern auch Viruseiweiß (das sogenannte p24=Protein 24 des Virus) nach. Dieses Verfahren macht den HIV-Test noch sicherer und reduziert das diagnostisches Fenster um 1 bis 2 Wochen. Trotzdem hält man, unter anderem aus gesetzlichen Gründen, an der 12-Wochen-Empfehlung fest. Die Durchführung eines HIV-Tests dauert ungefähr eine Woche. Diese Zeitspanne ist notwendig um ein ganz sicheres Ergebnis zu erhalten. In manchen Fällen ist nämlich im Anschluss an den ersten HIV-Antikörper-COMBO-Test (wird auch ELISA-Test genannt) ein weiterer Test (der sogenannte Western-Blot-Test) erforderlich.

Den HIV-Antikörpertest kann man prinzipiell fast bei jedem Arzt oder jedem Labor durchführen lassen.
Zu beachten ist allerdings, dass verständlicherweise nicht jeder Arzt oder jedes Labor darauf spezialisiert ist und alle Fragen zum Thema HIV beantworten kann. Außerdem führen ihn nicht alle Labors auf Kosten der Sozialversicherung, und somit für den Patienten kostenlos, durch. Eine optimale Betreuung haben sie bei den AIDS-Hilfen (in Deutschland bei den Gesundheitsämtern), die den Test kostenlos und anonym durchführen und in darauf spezialisierten Arztpraxen.

Aufklärungspflicht

Vor der Einwilligung steht die Aufklärung. Der Arzt ist verpflichtet, vor der Durchführung eines HIV-Tests Patienten über Art und Risiko eines geplanten Eingriffes zu informieren und sie über die Konsequenzen aufzuklären. Es ist nicht damit getan, Sie über die medizinisch technische Seite eines HIV-Tests zu informieren. Der Aufklärungspflicht ist erst dann Genüge getan,wenn Sie auch über die Konsequenzen eines möglichen HIV-positiven Testergebnisses für Ihre weitere Lebensplanung aufgeklärt wurden.


Einverständnis

Routinemäßige HIV-Tests sind ohne Einwilligung des Patienten in der Regel nicht erlaubt. Wenn aber medizinische Gründe vorliegen bzw. ein entsprechendes Beschwerdebild vorhanden ist, das im Rahmen der Diagnostik eine HIV-Abklärung erforderlich macht, ist auch ohne explizite Zustimmung des Patienten ein HIV-Test erlaubt, bzw. ist dann die Zustimmung im Behandlungsvertrag enthalten. Liegen diese Gründe nicht vor, so ist unbedingt das Einverständnis der Person einzuholen.


Testergebnis

Ergibt der Bestätigungstest einen positiven Befund, ist der betreffenden Person im Rahmen einer eingehenden persönlichen Aufklärung und Beratung, welche auch die Arten der Infektionsmöglichkeiten sowie die Verhaltensregeln zur Vermeidung der Übertragung der Infektion umfassen, mitzuteilen, dass eine HIV-Infektion nachgewiesen wurde.

Die eingehende persönliche Aufklärung und Beratung bei der Mitteilung des Vorliegens einer HIV-Infektion ist auf die jeweilige Situation der betreffenden Person abzustimmen. Dabei ist die erforderliche Vertraulichkeit zu gewährleisten. Zum Ausschluss einer Probenverwechslung ist eine neuerliche Blutabnahme vorzunehmen und ein Bestätigungstest durchzuführen.

Altersbestimmungen

Bei Kindern unter 14 Jahren ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Bei mündigen Minderjährigen (14 bis 18 Jahre) wird das Vorliegen der Einsichts und Urteilsfähigkeit im Normalfall vorausgesetzt. D.h. bei einem HIV-Test ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nicht erforderlich. Dies gilt ebenso für die Mitteilung eines positiven Ergebnisses.

Ausnahme: Sollte die Einsichts- und Urteilsnahme fehlen, z.B. bei geistiger Behinderung, so ist die Zustimmung des Erziehungsberechtigten erforderlich.


Tipp:

Sollte an Ihnen ohne Ihre Einwilligung ein HIV-Test vorgenommen worden sein, wenden Sie sich unverzüglich an eine der AIDS-Hilfen Österreichs oder an einen Rechtsanwalt.

 

Quelle: AIDS-Hilfe Wien www.aids.at, Dr. Horst Schalk www.horstschalk.at

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