Qualität und Sicherheit

Nur wer Kondome bei sich hat, kann sie auch benutzen und sich schützen.

Also: Rechtzeitig genügend Kondome kaufen und beschädigungssicher einstecken.
Das gilt insbesondere auch auf Reisen. Im Ausland (vor allem außerhalb Europas) findet man Kondome oft nicht in der erwarteten Qualität.
Kondome gibt es in Supermärkten, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, speziellen Kondomläden,
Sexshops und aus Automaten.

Immer wieder wird nach der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Kondomen gefragt. Wenn das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten wurde, und es sich um Kondome mit dem CE-Prüfzeichen handelt, liegen die Ursachen für das Versagen von Kondomen (Zerreißen oder Abrutschen) fast immer im falschen Umgang mit dem Kondom, nicht an Material- oder Produktionsfehlern.

Beschädigungen werden vor allem ausgelöst:

  • durch spitze Gegenstände (z.B. Schmuck, auch Intimschmuck, Piercing!) oder spitze Fingernägel beim Öffnen der Packung
  • beim Überrollen des Kondoms; durch fetthaltige Gleitmittel oder Spermizide, die Latex angreifen und zum Zerreißen des Kondoms führen. Dies kann auch durch Zäpfchen und Cremes zur Krankheitsbehandlung im Genitalbereich geschehen;
  • falsche Lagerung (z.B. in der prallen Sonne, an Heizkörpern, langes Tragen und Druck in Portemonnaie oder Hosentasche).

Latex oder Polyurethan?

Meist bestehen Kondome aus einer nur wenige Hundertstel Millimeter dünnen, extrem belastbaren Latexhaut. Da dieses Naturprodukt aber auch bei sorgfältigster Herstellung Stoffe enthält, die bei dafür besonders sensiblen Menschen Allergien auslösen können, wurden ebenso sichere Kondome aus Polyurethan entwickelt (ein Kunststoff, der auch zur Lebensmittelverpackung gebräuchlich ist).

Der Vorteil der Polyurethan-Kondome ist, dass sie praktisch keine Allergien auslösen und dass sie - im Unterschied zu Latex-Kondomen - auch mit fetthaltigen Gleitmitteln benutzt werden können. Nachteilig ist, dass sie im Vergleich zu Latex-Kondomen teurer sind.

Die Sicherheit liegt auf gleichem Niveau wie bei guten Latex-Kondomen. Erhältlich sind Polyurethan-Kondome am besten in Apotheken und Drogeriemärkten, aber auch in manchen Supermärkten.

Ebenfalls aus Polyurethan besteht das "Femidom", ein Kondom für die Frau, das die Scheide innen auskleidet. Bei richtiger Anwendung entspricht seine Sicherheit der des Kondoms für den Mann.

Gleitmittel

Viele Kondome sind mit einem Gleitmittel oder auch mit samenabtötenden Mitteln (Spermiziden) beschichtet. Aber manchmal ist etwas mehr Feuchtigkeit nötig, um das Glied mit dem Kondom leichter einzuführen. Fette, Massage-Öle, Lotionen, Cremes oder Vaseline können allerdings zum Zerreißen des Kondoms führen. Deshalb nur wasserlösliche oder fettfreie Gleitmittel verwenden, die speziell für Kondome geeignet sind.

Latexfreie Kondome aus Polyurethan können auch mit anderen Gleitmitteln benutzt werden.

Spermizide und MikrobizideSpermizide sind chemische Stoffe, die Samenzellen abtöten, z.B. Nonoxinol. Sie sind in Cremes, Scheidenzäpfchen oder Schaumpräparaten enthalten und sollen zur Empfängnisverhütung dienen. Spermizide bieten aber keinen Schutz vor einer HIV-Infektion oder anderen sexuell übertragbaren Erregern. Zusammen mit Kondomen sollten sie nur angewendet werden, wenn sie in der Packungsbeilage ausdrücklich dafür empfohlen werden. Sonst ist die Gefahr der Beschädigung der dünnen Kondomhaut groß.

Mikrobizide sind Stoffe, die in Studien erprobt werden, um als Salbe oder Zäpfchen angewendet zu werden: sie sollen das Eindringen von HIV in die Blutbahn des Partners oder der Partnerin verhindern.

Mit ersten Ergebnissen der weltweit intensiv laufenden Forschungen ist aber erst in vielen Jahren zu rechnen. Heutzutage sind Mikrobizide nur eine Hoffnung, aber keine Realität! nur ein Ähnlich wie bei Impfstoffen erwarten die Forscher von künftigen Mikrobizen aber keine vollständige Schutzwirkung. Auch zukünftig wird deshalb Safer Sex der Schutz der Wahl bleiben!

Quelle: Gib AIDS keine Chance - www.gib-aids-keine-chance.de - Kampagne d. Bundeszentrale f. gesundheitliche Aufklärung

Retour zu "Über HIV"