Zeitpunkt des Therapiebeginns

 

Der optimale Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie gegen HIV ist nicht bekannt.

Grundsätzlich sollte jeder Mensch mit einer HIV-Infektion behandelt werden. Mit den heutigen Therapiemöglichkeiten ist  eine Elimination des Virus aus dem Körper jedoch nicht möglich.

Die vollständige Unterdrückung der Virusvermehrung stellt außerordentlich hohe Anforderungen an die Adherence (Therapietreue) und es muss mit zum Teil nicht unerheblichen mittel- bis langfristigen Nebenwirkungen gerechnet werden. Aus diesen Gründen scheint es vertretbar, bei Menschen mit günstigen Laborwerten mit einer Behandlung zuzuwarten und den weiteren Verlauf zu beobachten.


Die Subkommission Klinik der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen riet in ihren Empfehlungen zur antiretroviralen HIV-Therapie 2001 (Bulletin des Bundesamtes für Gesundheit, Nummer 51/00 vom 28. 12. 2000) zur Aufnahme einer Kombinationsbehandlung gegen HIV,

  • wenn der CD4-Wert unter 350 fällt,
  • wenn er bei einem Viral Load von mehr als 50 000 zwischen 350 und 500 liegt oder
  • wenn Krankheiten auftreten, die dem CDC-Stadium B oder C zugeordnet werden können.

Viele Experten sind heute noch zurückhaltender und sprechen sich dafür aus, eine Therapie erst dann zu beginnen, wenn es sich abzeichnet, dass der CD4-Wert demnächst unter 200 Zellen pro Mikroliter Blut abfallen wird.

 

Weil die Kombinationsbehandlung gegen HIV eine gute Adherence voraussetzt, soll eine Therapie grundsätzlich erst dann aufgenommen werden, wenn der Patient oder die Patientin dazu wirklich bereit ist.

 

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