Zusammensetzung einer Kombinationsbehandlung

 

Die optimale Zusammensetzung der Medikamente für den Beginn einer Kombinationstherapie ist nicht bekannt. Die Vielzahl von Medikamenten lässt eine große Anzahl von Kombinationen zu.


Eine Kombinationsbehandlung setzt sich heute in der Regel aus zwei nukleosidanalogen Hemmern der Reversen Transkriptase und entweder einem Hemmer der Protease oder einem nichtnukleosidanalogen Hemmer der Reversen Transkriptase zusammen. Praktisch immer wird zusätzlich zum Hemmer der Protease Ritonavir als Booster eingesetzt. Dabei werden Wechselwirkungen zwischen den beiden Hemmern der Protease ausgenutzt, sodass die Konzentration des neben Ritonavir in kleinen Dosen eingesetzten Hemmers der Protease länger genügend hoch bleibt.


Viele Kombinationen sind denkbar. Aus den verschiedensten Gründen jedoch nicht sinnvoll sind alle Kombinationen mit ddC, der Einsatz eines Proteaseinhibitors ohne Ritonavir-Boosting zusammen mit Efavirenz oder Nevirapin sowie die Kombination von AZT mit d4T, 3TC mit FTC, d4T + ddI und EFV mit NVP.

 

Unter Umständen problematisch sind alle Kombinationen mit d4T, die Kombinationen ABC mit TDF und TDF mit ddI u.a.m. Bereits bei der ersten Behandlung, welche die grösste Chance hat, erfolgreich zu sein, müssen immer auch Therapiealternativen eingeplant werden, welche die bekannten Kreuzresistenzen berücksichtigen: Bei einem allfälligen Therapieversagen (z. B. einer ungenügenden Abnahme des Viral Load) kann dann ein sinnvoller Wechsel vorgenommen werden.

 

Daneben sind bei der Wahl der Wirkstoffe:

 

  • deren Nebenwirkungen,
  • deren Ansprüche an die Adherence, d.h. Anzahl einzunehmende Dosen pro Tag, Einnahme mit oder ohne Nahrung, Tablettenzahl
  • sowie voraussehbare Wechselwirkungen mit Medikamenten, die der Patient oder die Patientin aus anderen Gründen einnehmen muss, mit einzubeziehen.

 

Der Stellenwert von neu entwickelten Substanzen oder Substanzklassen ist noch nicht genügend geklärt. Es ist deshalb wünschbar, dass möglichst viele Patienten und Patientinnen im Rahmen von Studien mit standardisierten Therapiekombinationen behandelt werden können, um möglichst bald Antworten auf die vielen offenen Fragen zu erhalten.

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