HIV und Ihre Leber

Warum soll ich über die Aufgaben meiner Leber Bescheid wissen?

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe. Sie filtert das Blut und entfernt Giftstoffe aus Nahrung, Medikamenten und Körperabfällen. Außerdem produziert die Leber einen Stoff, der als Galle bezeichnet wird und bei der Verdauung der Nahrung hilft. Sie wandelt Nährstoffe aus der Nahrung um, setzt Energie in den Blutkreislauf frei und speichert Vitamine und Mineralstoffe. Ihre Leber produziert außerdem Proteine, die Ihr Immunsystem zur Bekämpfung von Infektionen benötigt.
Viele HIV-Medikamente und andere Medikamente werden von Ihrer Leber abgebaut. Leider können einige dieser Medikamente bei diesem Vorgang die Leber schädigen, was ihre Funktion beeinträchtigen kann.

Welche Vorteile hat es, den Zustand meiner Leber zu kennen?

Lebererkrankungen schreiten manchmal sehr langsam voran und entwickeln sich häufig über viele Jahre hinweg. Bei Menschen  mit HIV, die zusätzlich eine Hepatitis B oder C haben (Koinfektion), kann es zu einem schnelleren Fortschritt von Lebererkrankung kommen, als bei Personen, die ausschließlich mit einer Hepatitis infiziert sind. Häufig zeigen Patienten keinerlei Symptome, bis der Leberschaden fortgeschritten ist.
Mit der Zeit kann die Leber vernarben. Dieser Prozess wird als Fibrose bezeichnet und kann zu Leberzirrhose führen, einer schweren Erkrankung bei der die Leber stark geschädigt wird. Je eher Sie mögliche Leberprobleme erkennen, desto früher können Sie etwas dagegen tun und die Ursachen behandeln.

Eine gesunde Leber ist nicht nur wichtig für Ihre Gesundheit und Ihr Immunsystem, sondern gewährleistet auch, dass Ihre HIVTherapie gut wirken kann.

Wie kann ich Leberprobleme vermeiden?

Falls Ihre antiretrovirale Medikation Leberschäden verursacht, können Sie auf andere Medikamente umgestellt werden. Sie sollten die Einnahme Ihrer aktuellen Medikamente jedoch nicht einstellen, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen. Sie sollten versuchen, Ihren Alkoholkonsum auf die empfohlenen Richtwerte zu beschränken.Wenn Sie Drogen nehmen, müssen Sie wissen, dass diese Ihre Leber ebenfalls schädigen können. Falls Sie noch nicht gegen Hepatitis A und B geimpft worden sind, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob Sie diese Impfungen bekommen können.

Wenn Sie nicht mit Hepatitis B oder C koinfiziert sind, sollten Sie Kontakt mit Blut oder Injektionsnadeln vermeiden und beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen. Das verringert Ihr Infektionsrisiko. Ungeschützter Geschlechtsverkehr und häufi wechselnde SexualpartnerInnen erhöhen Ihr Risiko einer Koinfektion. Auch einige sexuelle Praktiken (bei denen z.B. Blut mit im Spiel ist) können das Risiko ebenfalls erhöhen.

Wenn Sie mit Hepatitis (B oder C) koinfiziert sind, müssen Sie auf regelmäßige Untersuchungen und kontinuierliche Einnahme Ihrer verordneten Medikamente achten.

Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Leberschäden. Es ist daher wichtig, sich gesund und ausgewogen zu ernähren und ein gesundes Körpergewicht durch regelmäßige Bewegung zu erhalten . Fragen Sie Ihren Arzt um Rat: Er kann Ihnen einen Ernährungsberater empfehlen.

Welche Risikofaktoren für Lebererkrankungen gibt es?

Zu den Faktoren, die Ihre Leber beeinträchtigen können, gehören:

Verschreibungspflichtige Medikamente

Rezeptfreie Medikamente

Häufige Einnahme von Antibiotika

Einige Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Kava Kava)

Hohe Dosen Vitamin A

Opportunistische Infektionen im Zusammenhang mit AIDS (z. B. Tuberkulose, Zytomegalovirus und Cryptosporidiose)

Hepatitis A, B, C, D oder E

Übergewicht

Starker Alkoholkonsum

Drogenkonsum

Welche Arten von Lebererkrankungen gibt es?

Es gibt viele Arten von Lebererkrankungen. Die vermutlich bekanntesten sind die Virusinfektionen Hepatitis B und C. Wenn sie unbehandelt bleiben, können Sie zum endgültigen Leberversagen, zu einer Lebertransplantation und sogar zum Tod führen.

Weitere Krankheiten umfassen die Fettleber (die mit starkem Übergewicht zusammenhängt) und Leberkrebs (der als Folge einer Zirrhose entstehen kann).

Wie wird eine Lebererkrankung festgestellt?

Als Leberfunktionstests (LFT) bezeichnete Blutuntersuchungen bieten eine gute Methode zur Feststellung eines möglichen Leberschadens. Sie messen die Spiegel bestimmter Enzyme im Blut. Hohe Enzymspiegel weisen unter Umständen auf einen Leberschaden hin.

Es gibt Bluttests um zu prüfen, ob Sie an Hepatitis B oder C oder einer anderen Leberkrankheit leiden. Eine Leberbiopsie zeigt, wie gesund, bzw. geschädigt Ihre Leber ist. Mit einer Maschine, dem Fibroscan, kann eine Verfestigung der Leber festgestellt werden, die durch Vernarbungen entsteht.

Können Lebererkrankungen behandelt werden?

Es gibt Behandlungsmöglichkeiten für Lebererkrankungen.Wenn Sie an einer Form der Hepatitis leiden, sollten Sie keinen Alkohol trinken oder zumindest den Alkoholkonsum reduzieren.

Hepatitis B Virus kann mit oral einzunehmenden (antiviralen) Medikamenten oder Inferon Alpha-Injektionen kontrolliert werden.

Es ist möglich, Hepatitis C über 48Wochen (manchmal bis zu 72Wochen) medikamentös zu behandeln.

Die fettsuchtbedingte Fettleber kann durch eine ausgewogene Ernährung zur Gewichtsabnahme kontrolliert werden.

Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten:

Wurde ich auf Hepatitis B und C getestet?

Kann ich mich gegen Hepatitis A –oder B impfen lassen?

Soll ich einen Leberfunktionstest machen lassen?

Was kann ich dazu beitragen, dass meine Leber gesund bleibt?

Könnte meine derzeitige Behandlung verbessert werden?

 Quelle: www.hivandyourbody.com

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