HIV und Ihr Herz

Warum sollte ich über mein Herz Bescheid wissen?

Herzerkrankungen (auch kardiovaskuläre Erkrankungen genannt) stellen für immer mehr Menschen mit HIV-Infektion einen Grund zur Sorge dar. Mit Hilfe der antiretroviralen Medikamente steigt die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen. Und mit steigendem Alter steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Außerdem sind einige antiretrovirale Medikamente mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko in Zusammenhang gebracht worden.

Welche Vorteile hat es, den Zustand meines Herzens zu kennen?

Sie können Schritte unternehmen, um Ihr Risiko einer Herzerkrankung zu senken. Mit einem gesunden Lebensstil und durch moderne Behandlungsmöglichkeiten, lässt sich einiges erreichen. Je eher Sie den Zustand Ihres Herzens kennen, umso früher können Sie etwas für Ihre Gesundheit tun.

Wie kann ich Herzprobleme vermeiden?

Einige Herzprobleme können durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und eine Senkung des Cholesterinspiegels verhindert werden. Versuchen Sie, viel Obst und Gemüse zu essen (5 Portionen pro Tag): Sie enthalten Stoffe, die Arterienschäden reduzieren, und Ballaststoffe, die Ihre Cholesterinwerte senken können. Sie sollten sich täglich bewegen, um Ihr Herz und Ihren Körper fit und gesund zu halten. Am Besten können Sie Ihr Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung reduzieren, indem Sie das Rauchen aufgeben.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über gesunde Lebensweisen. Er kann Sie außerdem an weitere Spezialisten überweisen, z.B. an Ernährungsberater oder an Stellen, die Ihnen helfen, das Rauchen aufzugeben.

Welche Risikofaktoren für Herzerkrankungen gibt es?

Die Infektion mit HIV erhöht das Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken. Sie kann zu hohem Blutdruck (Hypertonie) und Veränderungen der Körperform (Lipodystrophie) führen, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen können. Einige der HIVMedikamente werden außerdem mit einer Erhöhung des relativen kardiovaskulären Risikos in Zusammenhang gebracht.

Es gibt einige Risikofaktoren, auf die Sie keinen Einfluss haben, wie:

Alter – je älter Sie sind, desto größer ist das Risiko

Geschlecht – Männer sind stärker gefährdet als Frauen

Ethnische Herkunft – Menschen afrikanischer oder südasiatischer Herkunft haben ein höheres Risiko alsWeiße

Familiengeschichte/Vererbung

Einige Risikofaktoren, die Sie selbst reduzieren können, sind:

Rauchen aufgeben: Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Abnehmen: Starkes Übergewicht ist ein weiterer wichtiger Risikofaktor

Bluthochdruck (Hypertonie) mit Medikamenten senken

Diabetes behandeln und entsprechende Ernährungsempfehlungen befolgen

Welche Arten von Herzkrankheiten gibt es?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten normalerweise dann auf, wenn die Arterien und Venen verstopft sind (normalerweise durch Cholesterin) oder wenn das Herz zusätzlich belastet wird. Herzinfarkt und Schlaganfall sind nur zwei schwerwiegende Folgen, die Herzerkrankungen mit sich bringen können.

Wie wird eine Herzkrankheit festgestellt?

Mit Hilfe von Bluttests lassen sich die Fettwerte (Lipide) bestimmen. Steigt der Cholesterinspiegel, kann das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung zunehmen. Mit einem Scan oder einer Röntgenaufnahme kann das Herz untersucht und festgestellt werden, ob die Venen und Arterien frei oder verstopft sind. Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) lässt sich die Herztätigkeit über die Zeit hinweg überprüfen.

Aber auch andere Tests können mögliche Risiken einer Herz-Kreislauf-Erkrankung festzustellen. Ihr Body-Mass-Index (BMI) gibt an, ob Sie über- oder sehr untergewichtig sind, beides kann das Risiko einer Herzkrankheit erhöhen. Eine Blutdruckmessung zeigt, ob Sie hohen Blutdruck haben. Außerdem können Sie auf Diabetes getestet werden.
Bei Menschen, die Symptome eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls zeigen, lässt sich die Herzfunktion unter Umständen mit einem Elektrokardiogramm (EKG) überwachen. Außerdem kann ein Farbstoff in die Herzkranzarterien injiziert werden, um ihre Durchlässigkeit zu überprüfen. Dies wird als Koronarangiografie oder Herzkatheterisierung bezeichnet.

Können Herzkrankheiten behandelt werden?

Für Herzkrankheiten gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Durch Ernährung, Bewegung und Verzicht auf Zigaretten können Sie aber selbst viel tun, um Ihr persönliches Risiko zu reduzieren.
Wenn Ihre Lipidwerte hoch sind, können Sie mit Ihrem Arzt Ihre HIV-Therapie besprechen. Ihr Arzt kann Sie auf andere antiretrovirale Medikamente umstellen oder Ihnen lipidsenkende (zur Verringerung Ihrer Blutfettwerte) oder blutverdünnende Mittel wie Aspirin verschreiben.

Wenn Ihre Arterien verstopft sind, gibt es Möglichkeiten diese Blockade aufzulösen. Es wird z. B. ein winziger Schlauch (ein sogenannter Stent) in die verstopfte Arterie eingesetzt, um sie offen zu halten und den Blutdurchfluss zu ermöglichen.

Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten:

Haben Sie meine Risikofaktoren für Herzkrankheiten (kardiovaskuläre Erkrankungen) geprüft?

Brauche ich weitere Tests, z. B. Cholesterinspiegel?

Wie kann ich mich um mein Herz kümmern?

Erhalte ich die am besten geeignete Behandlung?

Könnte meine momentane Therapie irgendwie verbessert werden?

 Quelle: www.hivandyourbody.com


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