HIV und Ihre Knochen

Warum sollte ich über meine Knochen Bescheid wissen?

Menschen mit HIV haben ein höheres Risiko Knochenkrankheiten zu entwickeln. Da die Lebenserwartung von Menschen mit HIV-Infektion mit Hilfe der Therapie ständig steigt, kann dieses Risiko generell noch zunehmen. Denn während man älter wird:

kann sich der Knochenaufbau verschlechtern

können die Gelenke steif werden

können Schmerzen auftreten

kann sich die Anfälligkeit für Knochenbrüche erhöhen

Manchmal beruhigt es wenn man weiß, dass die Knochen gesund sind. Ihr Arzt kann Ihnen Ratschläge geben, wie Sie Ihre Knochen gesund halten können. Sollten Ihre Knochen nicht mehr so stabil sein, ist es besser früh darüber Bescheid zu wissen, um rechtzeitig etwas dagegen unternehmen zu können.

Wie kann ich Knochenprobleme vermeiden?

Eine gute Ernährung kann hilfreich sein. Der Kern der Knochen (Hydroxylapatit) besteht aus Kalzium- und Phosphatsalzen. Deshalb muss man diese Salze durch die Nahrung zu sich nehmen. Kalzium ist in Milchprodukten und einigen Gemüsen (z. B. Broccoli) enthalten.Wenn Sie eine Unverträglichkeit gegen Milchprodukte haben, können Sie Kalzium in Form von Sojamilchoder anderen Sojaprodukten zu sich nehmen.

Wenn Sie Kalziumpräparate einnehmen, brauchen Sie viel Vitamin D, damit Ihr Körper das Kalzium aufnehmen kann. Einige Kalziumpräparate enthalten bereits Vitamin D. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Dosis nicht und sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie diese Präparate einnehmen.

Phosphor befindet sich in Milchprodukten sowie Bohnen (Gemüsebohnen und schwarze Bohnen), Erdnüssen und Erdnussbutter. Es ist auch in Form von Multivitamintabletten erhältlich. Sprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt, bevor Sie diese Präparate einnehmen.

Bewegung kann dabei helfen Ihre Knochen zu kräftigen, also die Knochenmasse zu erhalten und die Knochendichte zu erhöhen. Sportarten, die sich gut für die Gesundheit der Knochen eignen, sind Krafttraining, Spazieren, Klettern und Aerobic. Idealerweise sollten Sie sich fünf Mal proWoche 30-40 Minuten körperlich betätigen. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat: Er kann Sie an weitere Spezialisten verweisen oder Übungen empfehlen.

Welche Risikofaktoren für Knochenkrankheiten gibt es?

Das Leben mit HIV erhöht Ihr Risiko, eine Reihe von Knochenerkrankungen zu bekommen. Einige Risikofaktoren für Knochen-erkrankungen können Sie nicht beeinflussen, zum Beispiel:

Geschlecht – Frauen sind stärker gefährdet als Männer

Alter – je älter Sie sind, desto größer ist das Risiko

Ethnische Herkunft –Weiße haben ein höheres Risiko als Menschen afrikanischer oder südasiatischer Herkunft

Familiengeschichte mit Knochenerkrankungen

Menopause

Das Risiko erhöht sich ebenfalls durch einige Medikamente, die zur Behandlung der HIV-Infektion verwendet werden, durch das Trinken von großen Mengen von Alkohol oder Kaffee und durch ein geringes Körpergewicht.

Welche Arten von Knochenkrankheiten gibt es?

Es gibt hauptsächlich drei verschiedene Arten von Knochenkrankheiten, an denen Sie leiden können:

Osteoporose: Knochenmasse und -dichte gehen verloren, so dass die Knochen schwach werden und leicht brechen können

Osteomalazie: Eine Entmineralisierung des Knochens führt zu einer weichen Knochenstruktur, hauptsächlich aufgrund von Vitamin D-Mangel

Osteonekrose (avaskuläre Nekrose): Absterben der Knochen durch mangelnde Blutversorgung (in der Regel Beschädigung der Blutgefäße in diesem Bereich des Knochens)

Wie wird eine Knochenkrankheit festgestellt?

Die beste Methode bietet ein DEXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie)-Scan. Bei diesem Verfahren werden die Knochen gescannt und es wird festgestellt, ob Ihre Knochenmasse der durchschnittlichen Knochenmasse für eine Person Ihres Alters und Geschlechts entspricht. Eine weitere Option besteht in einer CT-basierten Knochendichtemessung. Osteoporose ist normalerweise nicht auf einem Röntgenbild zu sehen. Nur, wenn bereits mindestens ein Drittel Ihrer Knochenmasse verloren gegangen ist, macht das Röntgenbild die Erkrankung sichtbar. Eine Knochenbiopsie (Entnahme eines kleinen Knochenstücks) kann bei der Diagnose helfen. Dies ist jedoch ein Verfahren, dass schmerzhaft sein kann.

Können Knochenkrankheiten behandelt werden?

Ja. Die Behandlung von Osteoporose hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Sie können Kalzium und Vitamin D verschrieben bekommen. Zu weiteren Optionen gehören Medikamente aus der Biphosphonatfamilie sowie Natriumfluorid. Bei Patientinnen nach der Menopause besteht die Möglichkeit einer Östrogenersatztherapie. Bei Männern mit niedrigem Testosteronspiegel kann eine Testosteronersatztherapie hilfreich sein.
Eine avaskuläre Nekrose ist weitaus schwieriger zu behandeln.Wenn Sie an dieser Form der Knochenkrankheit leiden, kann es sein, dass Sie operiert werden müssen, um ein Gelenk zu ersetzen (z. B. Hüfte oder Knie).

Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten:

Haben Sie meine Knochen untersucht?

Brauche ich weitere Tests (z. B. einen DEXA-Scan)?

Wie kann ich meine Knochen stärken?

Könnte meine derzeitige Behandlung irgendwie verbessert werden?

 Quelle: www.hivandyourbody.com

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