HIV-Lexikon

 ABSZESS Abgekapselte Eiteransammlung. Entzündlich gebildeter, mit Eiter  gefüllter Hohlraum.
 AIDS Abk. für Aquired Immune Deficiency Syndrom
 ANTIGEN Körperfremde Substanz, die beim Eindringen in den Körper eine Immunreaktion auslöst und zur Bildung von Antikörpern führt. Bakterien, Viren oder Eiweiße können Antigene sein. 
 ANTIKÖRPER In Blut und Körpersekreten vorkommende Eiweißkörper, die beim Eindringen eines Antigens in den Körper vom Immunsystem gebildet werden und Antigene binden können. Antikörper gegen HIV sind i.d.R. vier bis zwölf Wochen nach einer Infektion im HIV-Antikörpertest nachweisbar. 
 ANTIKÖRPER TEST Blutuntersuchung zum Nachweis einer HIV-Infektion durch Nachweis von Antikörpern gegen HIV, die vom Körper nach einer HIV-Infektion gebildet werden. 
 BLUTBILD Qualitative und quantitative Zusammensetzung des Bluts bzw. graphische Darstellung der Befunde. 
 DIAGNOSTISCHES FENSTER Auch serologisches Fenster. Die Phase nach einer HIV-Infektion, in er mit einem HIV-Antikörpertest die Infektion noch nicht nachweisbar ist. Die Bildung von nachweisbaren Antikörpern dauert i.d.R. vier bis zwölf Wochen. 
 DIARRHOE Durchfall 
 DNA (=DE(S)OXYRIBONUCLEIC ACID) Desoxyribonukleinsäure. Nukleinsäure aus zwei ineinandergewundenen Spiralen, die die genetische Information einer Zelle enthält. 
 ELISA TEST Empfindlicher Test zum Nachweis von Substanzen durch Antigen-Antikörper-Reaktion und Enzymreaktion. Es können z.B.: Antikörper gegen HIV durch eine Farbreaktion identifiziert werden. 
 EKZEM nicht ansteckende, oft juckende Hauterkrankung 
 ENZYM Auch Ferment, Eiweiß (Protein), das bestimmte chemise Reaktionen beschleunigt (z.B.: Protease), ohne selbst verändert zu werden. 
 GÜRTELROSE Zoster. Infektionskrankheit durch Varicella-zoster-Virus, die bei HIV-Infektion vermehrt vorkommt. Sekundärerkrankung nach Windpocken mit typischen Hautveränderungen i.d.R. im Bereich des Versorgungsgebiets eines Hautnervs. 
 HAART Abk. für Highly Active Antiretroviral Therapy. Hochwirksame antiretrovirale Therapie. Bezeichnung für unterschiedliche antiretrovirale Kombinationstherapien. 
 HÄMOPHILIE Bluterkrankheit. Erbliche Krankheit, bei der durch Verminderung oder Fehlen von bestimmten Gerinnungsfaktoren die normale Blutgerinnung gestört ist. 
 HEPATITIS Leberentzündung. Herdförmige bis ausgedehnte Entzündung des Gefäß- und Bindegewebsapparats der Leber. 
 HIV Abk. für Human Immunodeficiency Virus 
 HYPERLIPIDÄMIE Form der Fettstoffwechselstörung mit Erhöhung der Blutfette. Eine erhöhte Konzentration von Triglyzeriden und Cholesterin kommt z.B. im Verlauf einer HIV-Infektion oder als Nebenwirkung von Medikamenten vor.  
 IMMUNSYSTEM Abwehrsystem des Körpers gegen Fremdkörper (Antigene, z.B.: Bakterien, Viren) 
 INFEKTION Ansteckung. Eindringen von Krankheitserregern wie z.B.: Bakterien, Viren, Mikroben oder Parasiten in den Körper. 
 KAPOSI SARKOM Rötlich-bläulicher Tumor, der von den Blutgefäßen ausgeht und v.a. an Haut und Schleimhaut, aber auch Lymphknoten und inneren Organen auftritt. 
 KOMBINATIONSTHERAPIE Verknüpfung verschiedener Behandlungsmethoden oder gleichzeitige Behandlung mit verschiedenen Medikamenten. Ziel ist die Steigerung der erwünschten Wirkung oder eine Minderung unerwünschter Wirkungen. 
 LATENT versteckt, verborgen, ohne typische Merkmale vorhanden. 
 LATENZZEIT Zeitraum, währenddessen ein Krankheitserreger bereits im Körper vorhanden ist, ohne Symptome zu verursachen. 
 LEUKÄMIE Bezeichnung für verschiedene Formen von Blutkrebs, der die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) betrifft. 
 LEUKOZYTEN die weißen Blutkörperchen Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten 
 LIPOATROPHIE Fettgewebeschwund mit Rückbildung von Fettgewebe. Vorkommen bei HIV-Infektionen v.a. im Bereich der Extremitäten und der Wangen. Behandlung u.a. durch Einbringung aufbauender Substanzen. 
 LIPODYSTROPHIE-SYNDROM Störung des Fettstoffwechsels mit Hyperlipidämie, subkutanem Fettgewebeschwund (Lipoatrophie) und viszeraler Fettansammlung. Daneben können ein Stiernacken, eine Lipoatrophie (v.a. des Wangenfetts) oder bei Frauen eine Brustvergrößerung auftreten.  
 MENINGITIS Entzündung der Hirnhäute 
 MIKROBE Mikroorganismus. Mikroskopisch kleines Lebewesen, z.B.: Bakterie, Protozoon, Pilz 
 MONOTHERAPIE Behandlung, bei der nur ein einziges Medikament oder Verfahren angewandt wird. 
 MUTATION Veränderung im Erbgut, die zur plötzlichen Änderung der Eigenschaften eines oder mehrerer vererblicher Faktoren führt. 
 OPPORTUNISTISCHE INFEKTION Nur bei Patienten mit Immunschwäche auftretende Infektion mit Mikroorganismen, die bei Menschen mit normalem Immunsystem nicht zu einer Erkrankung führen. 
 PARASIT Pflanzliche oder tierische Lebewesen, die auf oder in einem anderen Organismus leben und eventuell zu Erkrankungen führen können. 
 PCR (POLYMERASE CHAIN REACTION) Polymerasekettenreaktion. Sehr empfindliche Labormethode zum Nachweis von Erbsubstanz (DNA). Anwendung z.B.: zum Nachweis (auch inaktiver) Krankheitserreger und zur Bestimmung der Viruslast. 
 PEP-POSTEXPOSITIONSPROPHYLAXE Vorbeugende Maßnahmen unmittelbar nach Exposition gegenüber einem Krankheitserreger, um eine Infektion zu verhindern. Bei HIV wird eine PEP z.B.: nach Nadelstichverletzung mit Auswaschen und Reinigung der Wunde und antiretroviraler Kombinationstherapie empfohlen. 
 PNEUMOCYSTIS CARINII Einzelliger Mikroorganismus (Pilz). Überall verbreiteter Erreger, der z.B.: die Pneumocystis-carinii-Pneumonie verursacht. 
 PROTEASE Enzym, das Eiweiße und Peptide abbaut. Die P. von HIV bildet aus viralen Proteinvorläufern Eiweiße, die für den Abbau der Virusstruktur wichtig sind. 
 PROTEIN Eiweiß. Die aus Aminosäuren aufgebauten organischen Hauptbestandteile von Zellen. 
 RETROVIRUS Virus, das als Erbinformation RNA enthält. HIV ist ein Retrovirus aus der Untergruppe der Lentiviren. Neben HIV gibt es andere Retroviren, die entweder beim Menschen oder bei Tieren zu Erkrankungen führen können. 
 REVERSE TRANSKRIPTASE Abk.: RT. In Retroviren vorkommendes Enzym, das RNA in DNA umschreiben kann und damit für die Virusvermehrung wichtig ist. Eine Hemmung ist durch verschiedene Medikamente möglich. 
 RNA (RIBONUCLEIC ACID) Ribonukleinsäure. Nukleinsäure, die in Zellen die genetische Information der DNA ersetzt.  
 SOOR (CANDIDA-MYKOSEN) Sehr häufige Infektionen mit dem Pilz Candida, die vor allem an Haut und Schleimhäuten ( Mundsoor oder Scheidensoor) auftreten können. Der Speiseröhrenbefall (Soorösophagitis) ist Teil des AIDS-Vollbildes. 
 SYPHILIS auch Lues. Durch das Bakterium Treponema pallidum verursachte, sexuell übertragbare Krankheit, die in verschiedenen Stadien mit unterschiedlichen Symptomen (z.B.. Hautausschlag, Kopfschmerzen, Fieber, Störungen des Nervensystems) verläuft. Bei HIV-Infektion kann es zu einem rascheren Verlauf bzw. auch zur Aktivierung einer latenten Syphilis kommen. 
 VIRUS Krankheitserreger. Ein Virus besteht aus genetischem Material (DNA ode RNA), das von einer Proteinhülle umgeben ist. Viren können sich nur in Zellen eines Wirtsorganismus vermehren. 
 VIRUSLAST (VIRAL LOAD) Virusbeladung. Menge von HIV im Blut, die mit verschiedenen Methoden bestimmt werden kann und in Zahl der Kopien/ml angegeben wird. Die V. wird als Anhaltspunkt für den Beginn einer antiretroviralen Behandlung und ihre Wirksamkeit sowie als Surrogatmarker für den Krankheitsverlauf verwendet. 
 WESTERN BLOT TEST Labortest, bei dem Proteine aufgetrennt, mit radioaktivem Antikörper markiert und anschließend durch eine Farbreaktion identifiziert werden. Verwendung z.B.: als Bestätigungstest zum Nachweis bestimmter Proteine von HIV. 


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